Gründer

Hamburg, 1945. Der Zweite Weltkrieg ist endlich vorbei. Am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) stellen sich zwei Herren Mitte dreißig vor. Sie und ihre zwanzig Mitarbeiter seien Physiker und Ingenieure, und sie wollten das tun, was das Land am meisten braucht: Aufbauhilfe leisten und die Lebensbedingungen der Menschen verbessern.

Die Klinikleitung weist Dr. Hans Hinz und Dr. Heinrich Netheler sowie ihren Mitarbeitern eine Baracke zu. Das Team repariert defekte Instrumente und entwickelt auf Anforderung der Mediziner bahnbrechende neue Geräte. So beginnt die Geschichte des heutigen Weltmarktführers Eppendorf. Heinrich Netheler wird am 27. Mai 1909 auf einem Bauernhof im Osnabrücker Land in Norddeutschland geboren.

Als ältester Sohn sollte er eigentlich den Hof übernehmen, aber er entdeckt schon früh seine Liebe zur Technik. Er studiert Ingenieurwissenschaften in Braunschweig. In Berlin promoviert der begeisterte Flieger mit einer Arbeit über die Optimierung von Flugzeug-Stabantennen. Hans Hinz dagegen ist ein echter "Hamburger Jung", er kommt am 19. August 1909 im Stadtteil Eimsbüttel zur Welt, studiert in seiner Heimatstadt Physik und promoviert mit einer Arbeit über elastische Deformationen am Seignettesalz. 1939 begegnen sich die beiden Männer an der "Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt". 1943 wechseln sie in die neu gegründete "Reichsstelle für Hochfrequenzforschung" in Travemünde.

Nach Kriegsende verlagern Dr. Netheler und Dr. Hinz Messgeräte und Forschungsunterlagen in die Baracke am UKE und gründen die "Arbeitsgruppe Dr. Netheler", die Keimzelle für das heutige Weltunternehmen Eppendorf AG.

Auf Anforderung der Ärzte entwickeln sie das Reizstromgerät "Stimulator", das erste elektrische Fieberthermometer "Thermorapid", das Photometer Eppendorf und eine Reihe weiterer Pioniergeräte moderner Medizintechnik. Bereits im Jahre 1954 werden die Werkstätten zu klein. Das Unternehmen, das mittlerweile unter dem Namen "Netheler und Hinz GmbH" firmiert, zieht in neue Räumlichkeiten außerhalb des Klinikgeländes. Vier Jahre später ist das Unternehmen auf über 100 Mitarbeiter angewachsen. 1965 wird der Grundstein für den heutigen ausgedehnten Unternehmenssitz am Barkhausenweg gelegt. Nach einem Vierteljahrhundert Aufbauarbeit geben die Gründerväter zu Beginn des Jahres 1971 die Führung in jüngere Hände. Zu diesem Zeitpunkt hat das Unternehmen bereits 400 Mitarbeiter.

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